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Last update: 29.01.07

Zwischen den Kriegen

Matchless baute nach dem „Großen Krieg“ (womit im Sprachgebrauch der Engländer wie auch der Franzosen keineswegs der Zweite, sondern der Erste Weltkrieg gemeint ist) zuverlässige Gebrauchsmotorräder kleinerer Hubräume und großvolumige Solo- und Gespannmaschinen, deren leistungsfähige und zuverlässige Zweizylinder-V-Motoren auch an andere Hersteller geliefert wurden; namentlich Brough-Superior und Morgan seien hier als besonders exponierte und bekannte Fabrikate hervorgehoben. Technische Extravaganz manifestierte sich sodann, Anfang der 30er Jahre, in Form der V 2 „Silver Arrow“ und insb. der V 4 „Silver Hawk“. Zwar glänzten diese Typen nicht durch Zuverlässigkeit; und zu hohe Preise, die der seinerzeitigen wirtschaftlichen Situation Hohn lachten, vereitelten nachhaltig jeglichen Markterfolg. Doch die ambitionierten, auf maximalen Laufkomfort ausgelegten Konstruktionen – bei der Silver Hawk sogar mit einer überaus ingeniösen obenliegenden Nockenwelle bedacht – heischten Respekt beim fachkundigen Publikum.

Matchless Silver Hawk

Prospektblatt für die Matchless “Silver Hawk”

AJS hingegen kaprizierte sich vorwiegend auf Sportmotorräder. Die Stoßrichtung kannte als Ziel die betont sportliche Konkurrenz beispielsweise von Ariel, Rudge oder Velocette. Und so nimmt es nicht Wunder, dass schon weit vor dem 2. Weltkrieg mit der R7 eine ohc-Einzylinder-Konstruktion auf den Rennstrecken erschien, die das Konzept des späteren „Boy Racers“ minutiös vorwegnahm.

AJS R7 von  Ende der 30er Jahre

AJS R7 aus den späten 30 Jahre

Höhepunkt der gesamten AJS-Vorkriegsentwicklung aber war die anfangs luft-, später wassergekühlte V 4-Rennmaschine, die von Beginn an auf einen Einsatz mit Aufladung hin konzipiert worden war. Dass die FIM, der internationale Motorradsportverband, unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg ein Verbot jeglicher Aufladung im Motorradrennsport beschließen würde: wer hätte es vorhersehen können?

Die V 4 verdient auch deswegen besondere Erwähnung, weil ein Motorrad dieses Typs bei der 1939er Ausgabe des Ulster Grand Prix unter dem irischen Piloten Walter Rusk erstmals im Rahmen eines Rundstreckenrennens die „Ton up“, also eine Runde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 100 mph (160,9 km/h) bewältigte. Das war in jenem Jahr eine Ansage, die dem Publikum wie auch der Konkurrenz kalte Schauer den Rücken herunterjagte. Mochte der V 4 wegen des Zweiten Weltkrieges, der anschließenden Reglementänderung und allerlei konstruktiver und mechanischer Gebrechen auch kein größerer Erfolg beschieden gewesen sein – an Raffinesse, konstruktiver Extravaganz und technischer Ambition nahm sie es sicherlich mit jedem anderen Rennmotorrad jener Tage, sei es deutscher, italienischer, französischer oder ebenfalls britischer Provenienz, auf.

AJS V4 von 1939

AJS V4 von 1939 - Heute zu sehen in Sammy Millers Museum

Daneben kamen aus Wolverhampton aber auch solide Gebrauchsmotorräder, die sich vor allem durch technische Vielfalt auszeichneten. Doch wie so oft barg die Verzettelung zwischen zahllosen technischen Konzepten – AJS stellte sv-, ohv- und ohc-Einzylindermotoren her, ebenso wie längs- und quereingebaute V-Zweizylinder – in Verbindung mit ausuferndem, teilweise exotischem sportlichen Engagement wirtschaftliche Risiken. Und so kam es 1931, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, zum Konkurs und zur Übernahme von AJS durch Matchless.

Für wahre A.J.S.-Traditionalisten endet hier die Geschichte „ihrer“ Marke. Denn die Produktion im unrentablen Stammwerk in Wolverhampton stellte man ein und verfrachtete die komplette Marke mit Sack und Pack ins Matchless-Stammwerk in die Londoner Plumstead Road.

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Die Kapitel

Intro

- Matchless und AJS - die Geschichte

Genesis

- Namensfindung und Gründerjahre

Meantime

- Zwischen den Kriegen

High Tide

- Kriegs- und Nachkriegsgeschichte

Swan Song

- Schwanengesang: AMC und die Lightweight Singles

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