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Quick-Link: Namensfindung und Gründerjahre, Die Kapitel, Copyright

Last update: 04.10.06

Namensfindung und Gründerjahre

Dass ausgerechnet Albert John Stevens einmal zum Namensgeber für A.J.S. werden sollte, lag übrigens keinesfalls daran, dass er – wie oft fälschlicherweise kolportiert wird – der älteste der Stevens-Brüder war (tatsächlich war er, geboren 1885, von den fünf Söhnen sogar der zweitjüngste). Vielmehr war diese Tatsache dem Umstand geschuldet, dass er der einzige Stevens mit einer dritten Initiale war – das machte sich eben optisch besser. Außerdem spricht sich „Äj! Dschäj! Ess!“ flüssiger aus und ist akustisch eindrucksvoller als „Äidsch-Ess“, „Dschie-Ess“, „Dschäj-Ess“ oder gar „Dabbelju-Ess“ (den Initialen seiner vier Brüder entsprechend).

Dass die Colliers ihre Motorräder unter dem Namen Matchless produzieren und vermarkten konnten, verdankten sie einem gewissen Glück - lagen die Markenrechte doch zuvor beim großen und bekannten Singer-Konzern aus Coventry. Dieser hatte den Namen wiederum von einem gewissen Nahum Soloman erworben, der unter dem „Matchless“-Label ebenfalls bereits Fahrräder hergestellt und vertrieben hatte. Ob Singer an den übernommenen Namens- und Markenrechten kein dauerhaftes Interesse hatte oder deren Fortschreibung schlicht versäumte, ist nicht bekannt – jedenfalls verfielen sie 1889 und konnten 1891 von Collier senior erworben werden. Zu jener Zeit hatte er noch einen Kompagnon namens John Watson, der sich jedoch bald darauf, 1892, aus der gemeinsamen Firma zurückzog und sich fortan wieder der Reinigungsbranche widmete, aus der er ursprünglich kam.

Erst 1899 jedoch, als der 15-jährige Harry sich dem väterlichen Betrieb anschloss und der 14-jährige Charlie, der zu jener Zeit noch die Schulbank drückte, ebenfalls verbindliche Absichten in diese Richtung äußerte, tauschte Collier senior das alte „Watson & Collier“-Schild gegen ein solches mit der stolzen Aufschrift „Henry Collier & Sons, Cycle Manufacturers“..

Unsterblichen Ruhm erwarb sich Matchless als Sieger in der Ein-Zylinder-Klasse der allerersten Tourist Trophy („TT“) auf der Isle of Man im Jahre 1907. Es war Charlie Collier, der die Einzylinder-Klasse mit durchschnittlich 38,22 Meilen pro Stunde (mph) gewinnen konnte und damit sogar um exakt zwei mph schneller war als Rem Fowler auf Norton, der Sieger der Zweizylinder-Klasse. Nebenbei fuhr Bruder Harry, der leider später ausschied, mit 41,81 mph (67,27 km/h) den absoluten Rundenrekord.

Matchless Werbung von 1960

Matchless-Werbung von 1960 für die G50 mit Bezug auf die TT Siege von 1907 und 1910

In diesen frühen Jahren der TT war die Zylinderzahl das einzige Unterscheidungsmerkmal der beiden ausgeschriebenen Klassen, wobei zudem Verbrauchslimits bestanden: die Einzylinder mussten mindestens 90 Miles per Gallon (mpg) zurücklegen können, also 144,81 Kilometer mit 4,546 Litern Kraftstoff, was nach kontinentaler Wahrnehmung einem Verbrauch von 3,139 Litern auf 100 Kilometer entspricht. Den Zweizylindern (oder korrekt: Mehrzylindern – denn das damalige Reglement sprach weise von „multi-cylinders“, hätte also auch einen „Slippery Sam“ mit 3 Zylindern, eine Laverda V 6 oder gar eine Moto Guzzi V 8 zugelassen!) gestand man hingegen 75 mpg, entsprechend 120,675 Kilometer mit einer Gallone oder 3,767 Liter / 100 km, zu.

Kritisch wurde seinerzeit vermerkt, dass Charlie Collier wohl nur durch die Zuhilfenahme der Pedale an seinem Vehikel (beispielsweise an der brachialen Steigung von Creg Willey´s Hill) den Sieg über Jack Marshall auf einer Triumph davongetragen und das Verbrauchslimit eingehalten hatte. Jedoch, das Reglement verlor über Pedale und deren Einsatz kein Wort, und zudem hätte auch Marshall Pedale benutzen können – wenn denn an seiner Maschine dergleichen installiert gewesen wäre. Ab dem darauf folgenden Jahr waren Pedale allerdings ausdrücklich verboten…

In den Anfangsjahren der Motorisierung auf zwei, drei und vier Rädern war es aus Erprobungs-, aber auch aus Reklamegründen unverzichtbar, sich im Wettbewerb mit anderen Fabrikaten zu messen und erzielte Erfolge gebührend herauszustellen. Und so starteten auch die Motorräder der Marke AJS wie ihre Matchless-Pendants (deren eineiige Zwillinge sie zu einem späteren Zeitpunkt einmal werden sollten) durchaus sportlich in ihr Dasein, wenn auch nicht gleich von Anfang an so spektakulär und erfolgreich

Da AJS die in Frankreich zu jener Zeit populäre 1/3-Liter-Klasse beschickte, genoß die Marke bei den kontinentalen Nachbarn auf der anderen Seite des Kanals schon vor dem Ersten Weltkrieg einen ausgezeichneten Ruf.

AJS K6 von 1928

AJS “Big Port” Model K6, 3.49 h.p. von 1928

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Mit der legendären „Big Port“ von 1922, der K10 von 1928, der R7 (die – auch technisch – bereits als Vorgriff auf die berühmte 7R, den legendären „Boy Racer“, angesehen werden kann) und einhergehenden Rennerfolgen, auch und insbesondere auf der Isle of Man, festigte AJS nach und nach den Ruf motorsportlicher Kompetenz.

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Die Kapitel

Intro

- Matchless und AJS - die Geschichte

Genesis

- Namensfindung und Gründerjahre

Meantime

- Zwischen den Kriegen

High Tide

- Kriegs- und Nachkriegsgeschichte

Swan Song

- Schwanengesang: AMC und die Lightweight Singles

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Copyright
Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass das Urheberrecht für diese Texte bei Jan-Hendrik Wolf liegt. Jede Veröffentlichung oder Nutzung bedarf der Genehmigung.

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